Sardinien – Karibikflair im Mittelmeer

Feine Sandstrände, türkisblaues, kristallklares Wasser und wundervolle, kleine Buchten entlang der Küste haben Sardinien den Ruf eingebracht, Karibikfeeling zu verbreiten. Bekannt für besonders schöne Sandstrände sind die Costa Smeralda (Smaragdküste) im Nordosten sowie die Küstenabschnitte in Chia, im Süden der Insel.

Archipel um La Maddalena im Norden Sardiniens
Archipel um La Maddalena im Norden Sardiniens

Die Wahl für unseren Pfingsturlaub war auf Sardinen gefallen, da wir ursprünglich nur eine Woche bleiben, und dafür nicht  stundenlang im Flieger sitzen wollten.  Bedingt durch eine Flugänderung bei Air Berlin haben wir unseren Urlaub dann doch auf 10 Tage verlängert, was wir keinesfalls bereut haben. Zielflughafen war Olbia im Nordosten Sardiniens. Der Flug dauert nur ca. 75 Flugminuten ab Stuttgart, also fast ein Katzensprung!

Ein paar wissenswerte Fakten zu Sardinien:

  • gehört zu Italien (autonome Region)
  • zweitgrößte Insel im Mittelmeer
  • Größe ca. 24.000 km²
  • ca. 300 km lang und ca. 150 km breit
  • Hauptstadt: Cagliari (ca. 157.000 Einwohner)
  • Sprache: Italienisch und sardisch

Unsere Reisezeit:  Mai 2016

Laut Klimatabelle sind im Mai Höchsttemperaturen von maximal 20 Grad zu erwarten, was sich vor Ort bestätigt hat. Allerdings wehte ein starker, kalter Wind, so dass die gefühlte Temperatur weitaus geringer war.

Im Mai ist Vorsaison auf Sardinien. Es sind nur wenige Touristen unterwegs, und viele Restaurants und Geschäfte haben noch nicht geöffnet. Teilweise saßen wir ganz alleine in der Strandbar. Uns persönlich hat das nichts ausgemacht, im Gegenteil, wir waren froh, dass noch nicht so viel Trubel um uns herum war. Ideale Voraussetzung für einen erholsamen, stressfreien Urlaub.

Gegen Ende unseres Aufenthalts wurde es von Tag zu Tag wärmer und sonniger. Die Restaurants und Geschäfte erwachten langsam aus dem Winterschlaf und es waren nun merklich mehr Touristen unterwegs.

Die ideale Reisezeit:

Nach meiner Erfahrung und aufgrund von Gesprächen mit Einheimischen wäre der Juni perfekt, um Sardinien zu bereisen. Im Juni ist die Insel noch nicht von Touristen überlaufen. Im Juli und August verbringen viele Italiener vom Festland ihre Ferien auf Sardinien. Und dann wird’s voll. Außerdem ist es im Juni noch nicht so heiß wie in den Sommermonaten (Höchsttemperaturen ca. 25 Grad). Auch im September wird es wieder ruhiger auf der Insel und mit Temperaturen um die 25 Grad ist es immer noch sommerlich warm.

Die Costa Smeralda:

Nördlich von Olbia  bis hinauf nach Palau erstreckt sich die
´Costa Smeralda`, einer der schönsten Küstenabschnitte Sardiniens. Der Name ist abgeleitet von dem kristallklaren, türkis- und smaragdfarbenen Meer.

Hier gibt es, neben den herrlichen Stränden, kleine, sehenswerte, teils exklusive Ferienorte am Meer, mit beeindruckenden Yachthäfen, zahlreichen Geschäften und gemütlichen Restaurants.

Sehr bemerkenswert ist, dass es an der Costa Smeralda keine Hotelburgen gibt, wie man sie in anderen Touristenorten häufig entlang den Küsten findet. Strenge Auflagen sorgen  dafür, dass sich Hotels und Privathäuser harmonisch in ihre Umgebung einfügen. Fast alle Gebäude entlang der Costa Smeralda wurden aus Naturmaterialien wie Fels und Granit errichtet.

Bekannte und sehenswerte Orte an der Costa Smeralda:

  • Porto Cervo (sehr exklusiv – bevorzugter Urlaubsort des internationalen Jetsets)
    Porto Servo
    Luxus-Labels wie Prada, Louis Vuitton, Chanel, Dior, Gucci, Hermes… haben exklusive Boutiquen in Porto Cervo.

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    yachthafen Porto Cervo
    Yachthafen von Porto Cervo.

    Porto Cervo Yachthafen

  • Porto Rotondo (schöner Yachthafen mit Promenade)
    Strandbar am Hafen von Porto Rotondo
    Standbar am Hafen von Porto Rotondo

    Hafen Porto Rotondo

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    Am Hafen von Porto Rotondo

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    Abendstimmung am Hafen
  • Baia Sardinia (weitläufige Strandpromenade mit Bars, Restaurants und Geschäften, schöner Sandstrand)

    Weißer Sandstrand an der Promenade von Bahia Sardena. Wegen des kühlen Wetters fast noch menschenleer!
    Weißer Sandstrand an der Promenade von Bahia Sardena. Wegen des kühlen Wetters fast noch menschenleer!
  • Palau (Fährhafen und Ausgangspunkt für Segel-und Motorbootausflüge zur nahegelegenen Insel La Maddalena)

Unser Hotel:

Unser Hotel „Palumbalza“ befindet sich einige Kilometer außerhalb von Porto Rotondo, ca. 30 Autominuten von Olbia entfernt.

Das ****-Sterne- Hotel `Palumbalza´ liegt in wunderschöner Alleinlage direkt am Meer, in einer kleinen Bucht, dem Golfo Marinella. Die Hotelanlage ist top-gepflegt und befindet sich inmitten einer wunderschönen Gartenanlage. Wir hatten ein großzügiges Zimmer mit herrlichem Meerblick. Das Hotel ist geeignet für Gäste, die Ruhe und Erholung suchen. Man ist auf ein Auto angewiesen, sonst kommt man hier nicht weg. Das Zentrum von Porto Rotondo liegt einige Kilometer entfernt, zu weit zum Laufen.

Anbieterfoto – die Hotelanlage von oben

Die Hotelanlage besteht aus mehreren, zwei- maximal dreistöckigen Gebäuden, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen (was für alle Häuser und Bebauungen an der Costa Smeralda zutrifft). Das Hotel verfügt über einen schönen Außenpool, nicht sehr groß, aber ausreichend, Fitnessraum (war leider bei unserer Ankunft noch nicht in  Betrieb), kleine Boutique und Kosmetik- und Massagesalon. Außerdem gehört zum Hotel ein Bootshafen, wo man Elektroboote leihen kann (1 Tag ca. 120,– EUR), mit denen man auch ohne Führerschein hinaus aufs Meer fahren kann. Ein Privatstrand (Sandstrand, vermutlich künstlich angelegt) gehört auch zum Hotel. Allerdings ist dieser sehr klein.

Vor der Rezeption -hier gibt’s WLAN. Auf den Zimmern nicht!
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Die Hotelanlage liegt inmitten eines großen, top-gepflegten Gartens.
Palumbalza 1
Blick auf die Hotelanlage
Bootshafen
Der Bootshafen mit Bootsverleih befindet sich direkt auf dem Hotelgelände!

Angeboten werden verschiedene Zimmertypen mit Meerblick oder zur Gartenseite hin. Am schönsten sind die Meerblick-Zimmer in den Obergeschossen, denn von hier aus hat man den besten Ausblick, wobei die meisten Balkone sehr klein sind. Die Gartenzimmer liegen, bedingt durch die leichte Hanglage, teilweise im Souterrain. Wenn Gartenzimmer, dann solltest du darauf bestehen, eines im Obergeschoss zu bekommen.

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Blick in den wunderschönen Garten
unser kleiner Balkon
Die Balkone sind teilweise recht klein, dafür bieten sie einen herrlichen Ausblick aufs Meer!

Wir hatten das Hotel nur mit Frühstück gebucht, da wir gerne viel unterwegs sind, und auswärts essen wollten. Das Frühstück im Hotel hat uns anfänglich nicht ganz überzeugt. Als wir ankamen waren außer uns nur wenige Gäste im Hotel, weshalb das Frühstück in der Bar serviert wurde.  Es gab nur eine kleine Wurst- und Käseauswahl. Kuchenliebhaber hingegen kamen auf ihre Kosten, denn es gab eine große Auswahl an Kuchen und süßen Teilchen. Außerdem gab es  Obst- und Gemüse-Smothies, die von einem leider recht unmotiviertem Mitarbeiter frisch zubereitet wurden. Im Laufe unseres Aufenthalts kamen immer mehr Gäste im Hotel an, und das Frühstückbuffet zog in einen größeren Raum um. Sehr schön war, dass wir draußen  mit Blick aufs Meer frühstücken konnten.

Frühstücksterrasse mit Blick aufs Meer
Ausblick vom Balkon
Ausblick von unserem Balkon
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Pool mit Meerblick

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Das Hotelpersonal war ausnahmslos sehr freundlich und bemüht. Ich kann das Hotel empfehlen, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt! Buchen kann man das Palumbalza über alle bekannten Hotelpotale – Preise vergleichen lohnt sich wie immer!

Blick in die Bucht, den Golfo Marinella
Blick in die Bucht, den Golfo Marinella

Und hier kannst du nachlesen, was auf Tripadvisor über das Palumbalza steht.

Essen & Trinken:

Die sardische Küche unterscheidet sich von der italienischen Festlandküche. Es ist eine einfache, ehrliche Küche, in welcher vorwiegend regionale Produkte Verwendung finden. Fleisch und Fisch werden meist gegrillt angeboten.

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Meeresfrüchte-Risotto

Nudelgerichte gibt es in nur wenigen Varianten. Auf keiner Speisekarte konnte ich Spaghetti Bolognese, Carbonara oder Lasagne finden. Eine sardische Spezialität sind Culurgionis, eine Art Ravioli, gefüllt mit Ricotta oder Pecorino (Schafskäse) sowie Malloreddus, kleine sardische Gnocchi in Tomatensauce.

Eine regionaltypische Süßspeise sind Sebadas, mit Ricotta gefüllte Teigtaschen, die in Olivenöl ausgebacken und mit Honig übergossen werden.

Zu jedem Essen wird Pane Parasau serviert. Das sind dünne, knusprige Fladen aus Weizenmehl, Hefe und Salz, welche schnell und sehr heiß zweifach gebacken werden. Dadurch wird das Brot haltbar gemacht.

Brotkorb

Pizza bekommt man fast überall angeboten. Mein persönlicher Tip: Restaurante Onorio e Donatella, Via Portorotondo, Porto Rotondo.
Ein eher einfaches, aber charmantes Restaurant an der Landsstraße nach Porto Rotondo.

Pizza neu

Eine große Spezialität ist gegrilltes Spanferkel, das sog. Porcheddu.
Kleine Spanferkel am Spieß werden am offenen Feuer mitten im Restaurant oder auf der Terrasse gegrillt.

Spanferkelgrill

Beliebte Beilagen sind gegrilltes Gemüse und Kartoffeln. Das Spanferkel ist Bestandteil des typisch sardischen Menüs, welches in darauf spezialisierten Restaurants angeboten wird.

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Die Menükarte im Lu Stazzu

Wir waren im Restaurant Lu Stazzu, etwas außerhalb von Porto Rotondo. Das urige, gemütliche Restaurant bietet keine Gerichte a la carte, sondern ausschließlich das landestypische Menü. Es kostet inklusive Tischwein EUR 45,– pro Person und ist sein Geld auf jeden Fall wert!

Nudelgericht
Zwischengericht: Gnocchi und Pasta
Gemüse
Frisches Gemüse als Beilage

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Spanferkel
Das Spanferkel

Ein weiteres Mal haben wir das Porcheddu-Menü im Restaurant des Agriturismo San Giovanni gegessen. Hier war Aufgebot an Speisen noch beeindruckender und vom Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar. Für nur EUR 35,– bekamen wir ein wundervolles, sehr üppiges Menü mit  6 Gängen sowie Tischwein, Aperitif und einen Grappa serviert.

Zuerst gab es diverse kalte Antipasti und einen Aperetif
Zuerst gab es diverse kalte Antipasti und einen Aperetif
Danach gab es warme Vorspeisen: geschmorter Schweinebauch, Hackbällchen, gefüllte Paprika
Danach gab es warme Vorspeisen: geschmorter Schweinebauch, Hackbällchen, gefüllte Paprika
Als Zwischengang wurden Gnocchini, Ravioli und ein typisch sardischer Auflauf serviert.
Als Zwischengang wurden Gnocchini, Ravioli und ein typisch sardischer Auflauf serviert.
Die Hauptspeise: Spanferkel, hier mit Bratkartoffeln serviert.
Die Hauptspeise: Spanferkel, hier mit Bratkartoffeln serviert.
Uuups... da habe ich vergessen zu fotografieren! Der Nachtisch...
Uuups… da habe ich vergessen zu fotografieren! Der Nachtisch…
Und zum Schluss: Espresso, Gebäck und Grappa.
Und zum Schluss: Espresso, Gebäck und Grappa.

Das Agriturismo San Giovanni liegt an der Strada Statale, der Landstraße zwischen Olbia und Arzachena. Die Fahrt dorthin lohnt sich auf jeden Fall!

Essengehen auf Sardinien ist nicht billig. Auch das Bier ist mit 6,– EUR für 0,4 l ziemlich teuer. Es gibt sehr gute einheimische Rot- und Weißweine. Jedes Restaurant und jede Bar bietet günstig roten oder weißen Hauswein an, den man wirklich gut trinken kann.  Eine nette Sitte: Bestellt man Bier oder Wein in einer (Stand-)Bar, werden kleine Häppchen dazu gereicht. Fast immer gibt es Oliven und Chips, manchmal auch kleine belegte Canapés.

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Bier
Das einheimische Bier heißt Ichnusa.

Für alle Restaurants empfiehlt es sich, vor allem in der Hauptsaison, rechtzeitig einen Tisch zu reservieren.

Entlang der Küste gibt es stylische Strandbars und Restaurants am Meer. Oftmals werden Liegen und Sonnenschirme vermietet.

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Strandbar bei Marinella
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Es ist noch sehr kühl, der Strand fast menschenleer.
wunderschöne Sandstrand südlich von Olbia
wunderschöne Sandstrand südlich von Olbia

Was kann man auf Sardinien unternehmen?

Kulturell hat Sardinien nicht so viel zu bieten. Es gibt einige historische Ausgrabungsstätten im Hochland, die aber nicht sehr spektakulär  sein sollen. Es gibt zahlreiche byzantinische und romanische Kirchen, einige davon sind sicherlich sehenswert. Wir haben in die eine oder andere Kirche reingespitzt, alles in allem jedoch fand ich diese nicht besonders aufregend.

Sardinien ist eine ideale Destination für Badeurlauber und Wassersportler. Im Meer baden, Surfen, Segeln, Motorboot fahren… Sehr beliebt ist Sardinien auch zum Wandern. Leider  waren wir nicht  im Hochland. Die Region um den Monte Corrasi, dem höchster Gipfel im Supramonte (1.463 m) an der Ostküste soll wundervolle Wandertrails durch die raue Berglandschaft, Canyons und tiefe Schluchten bieten.  Interessante geführte Wanderreisen auf Sardinien kann man z.B. bei Wikinger Reisen buchen.

Wenn man über den entsprechenden Etat verfügt, kann man an der Costa Smeralda sehr schön und hochwertig shoppen, z.B. in den Luxusboutiquen in Porto Cervo oder in der Haupteinkaufsstraße von Olbia, der Corso Umberto.

Die Hauptstadt Sardiniens, Cagliari, liegt ca. 280 km von Olbia entfernt. Da wir nicht so viel Zeit im Auto verbringen wollten, haben wir uns auf die Region Costa Smeralda beschränkt, und dort einige schöne Touren entlang der Küste unternommen. Natürlich nicht, ohne unterwegs in einer der coolen Standbars eine Chill-Pause einzulegen und den herrlichen Blick aufs Meer zu genießen.

Unbedingt zu empfehlen:

An der Nordküste Sardiniens, unweit vom benachbarten Korsika, befindet sich eine Inselgruppe, der Nationalpark La Maddalena. Das Archipel besteht aus vielen, meist unbewohnten Inseln. Dort liegen in versteckten Buchten, die nur mit dem Boot erreichbar sind, herrliche Traumstrände mit weißem, feinkörnigem Sand. Das Meer hat eine unglaubliche, smaragd- und türkisgrüne  Farbe. Man könnte wirklich glauben, irgendwo in der Karibik zu sein, würden nicht die Palmen fehlen!

Die größte Insel ist La Maddalena. Von Palau aus fahren im 20-Minutentakt Fähren hinüber zur Insel. Die Hin- und Rückfahrt kostet ca. 9,– EUR/Person. Da wir uns nur das Hafenstädtchen ansehen wollten, haben wir unser Auto auf dem Festland gelassen.

Auf der Fähre nach La Maddalena.
Auf der Fähre nach La Maddalena.

La Maddalena hat eine idyllische Altstadt mit einer schöner Fußgängerzone. Hier befinden sich zahlreiche Shops, Restaurants und Bars.

Blick auf La Maddalena von der Fähre aus.
Blick auf La Maddalena von der Fähre aus.
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Idyllische Altstadt

Von Palau (Festland) aus werden von zahlreichen Veranstaltern Bootstouren durch das La Maddalena-Archipel angeboten. An der Hafenpromenade gibt es viele Stände, an denen man die Ausflüge direkt buchen kann.

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An der Hafenpromenade von Palau kann man direkt einen Ausflug buchen. Am besten schon einen oder zwei Tage vorher, denn in der Hochsaison sind die Schiffe und Boote schnell ausgebaucht!

Wir haben uns für eine Tagestour auf einem Segelschiff, der Mephisto, entschieden. Wir zahlten pro Person EUR 50,–, was aufgrund der Vorsaison sehr günstig war. Im Hochsommer kostet der Trip das Doppelte. Aber: Es lohnt sich! Wir haben einen wunderschönen Tag verbracht, und viel erlebt und gesehen! Wir hatten Glück, denn mit uns auf dem Schiff waren lauter nette Leute.
Auf die Mephisto passen nur 12 Personen + Kapitän + Matrose. Das fanden wir individueller und ansprechender als mit einem großen Ausflugsboot unterwegs zu sein.

Die Mephisto liegt vor Anker.
Die Mephisto liegt vor Anker.

Mittags gab es Verpflegung an Bord : Eine kleine Vorspeise und Spagetti mit Tomatensauce, vom Kapitän persönlich zubereitet.

Die sardische Flagge.
Die sardische Flagge am Segelmast weht im Wind.

Die Touren verlaufen alle ähnlich: Angefahren werden verschiedene Inseln und Buchten. Der berühmte Spiaggia Rosa auf der Isola Razzoli, der seinen Namen der rötlichen Färbung des Sandes verdankt, steht unter Naturschutz und darf nicht mehr betreten werden. Wir konnten diesen vom Schiff aus bewundern.

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Nächste Station war eine Bucht mit einem feinen Sandstrand auf der Isola Santa Maria. Wir wurden mit dem Schlauchboot vom Schiff aus an Land gebracht und hatten ein Stunde Zeit um zu chillen oder im Meer zu Baden. Was mir zu diesem Zeitpunkt aber definitiv noch zu kalt war!

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Außer uns waren noch andere Ausflugsboote da. Ich kann mir vorstellen, dass hier im Hochsommer die Hölle los ist!

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Nach dem Mittagessen steuerten wir die Isola di Spargi an, wo wir in einer wunderschönen Bucht wieder mit dem Beiboot an Land gebracht wurden. Hier erwartete uns feiner, weißer Sand und ein türkisblaues Wasser. Da konnte selbst ich nicht widerstehen, und habe mich -bei 18 Grad Wassertemperatur-ins Meer gewagt. Es war herrlich!

Ein Traumstrand
Ein Traumstrand

Danach ging es gemütlich zurück in den Hafen von Palau. Um ca. 17 Uhr kamen wir an, der Trip begann morgens um 11.00 Uhr.

Auf Boot neu
Mache ich mich nicht gut als Galionsfigur?

Ich kann Dir diesen Ausflug nur empfehlen, insbesondere auch auf der Mephisto. Ich befürchte nur, dass die Buchten und Strände rund um La Maddalena im Juli und August total mit Ausflugsschiffen überlaufen sein werden. Ein weiterer Grund, Sardinien in der Vor- oder Nachsaison zu besuchen.

Hier noch einige Tipps von mir für deine Sardinienreise:

  • Achtung beim Buchen des Mietwagens! Die Selbstbeteiligung für die PKW-Haftpflicht- und Kaskoversicherung ist sehr hoch! Wir haben über eine deutsche Website ein Auto bei Hertz gebucht. Vor Ort wurden wir dann darauf aufmerksam gemacht, dass wir bei Schäden eine Selbstbeteiligung von weit über 3.000,– EUR zu tragen hätten. Natürlich wurde uns ein Upgrade der Versicherungsleistungen angeboten, für einen absurd hohen Betrag. Auch das Eintragen eines Zweitfahrers sollte nochmal EUR 130,– zusätzlich kosten. Laut Hertz wäre dies auf Sardinien so üblich…
  • Wenn Du nicht mit dem eigenen Auto anreist, empfehle ich dir unbedingt einen Mietwagen. Die meisten Hotels liegen außerhalb der Ortschaften, ebenso viele gute Restaurants. Ohne Auto ist man einfach nicht flexibel und hat keine Möglichkeit, die
    Insel zu erkunden. Wenn Du kein Auto fährst, empfehle ich dir, ein Hotel innerhalb eines größeren Orts, z.B. Porto Rotondo oder
    Palau zu buchen. Wir haben ein älteres Ehepaar getroffen, die kilometerweit laufen mußten, um ein Mittagessen im benachbarten Hotel zu bekommen. In deren Hotel gab es nur Halbpension – abends! Wir haben sie ein Stückchen mit dem
    Auto mitgenommen!
  • Schau Dir alternativ zu Hotels auch mal die Angebote der Agritourismo (Bauernhöfe auf dem Land)  an. Hier kann man teils sehr preisgünstig wunderschöne Zimmer, Apartments oder Ferienhäuser mieten.
  • Viele Agriturismo-Bauernhöfe betreiben ein Restaurant. Verarbeitet werden landwirtschaftliche Erzeugnisse aus eigenem Anbau bzw. aus eigener Zucht. Meist stimmen Preis & Qualität!
    Empfehlungen für Agriturismo-Restaurants findest du auf
    Tripadvisor.
  • Wenn Du im Mai/Anfang Juni oder im Oktober nach Sardinien möchtest, nehme unbedingt warme Kleidung, geschlossene Schuhe, eine Wind- bzw. Regenjacke und einen Regenschirm mit!
    Auch wir hatten an ein, zwei Tagen Regen! Ich hatte mich auf milde 20 Grad eingestellt, und viel zu wenig warme Kleidung dabei! Gott sei Dank hatte ich meinen rosa Pulli (siehe oben) dabei. Der mußte ganz oft herhalten…
  • Viele Sarden sprechen weder Englisch noch Deutsch. Auch die Verständigung mit dem einen oder anderen Kellner erwies sich als schwierig! Super, wenn man dann wenigstens ein paar Sätze auf Italienisch sprechen und verstehen kann. Wie wär´s mit einem Italienisch-Crashkurs, zum Beispiel online über Babbel.com?
  • Auf Straßenplänen und über Prospekte wird für das große Einkaufszentrum AUCHAN in der Nähe des Flughafens Olbia geworben. Den Weg dorthin kann man sich aber getrost sparen. Außer ein paar internationalen Shops wie Bershka, Zara oder Stradivarius hat die ramschig wirkende Mall nicht viel zu bieten
  • Es ist günstiger, wenn man den Mietwagen mit vollem Tank zurück gibt. In der Nähe des Flughafens Olbia befindet sich eine Tankstelle kurz nach der Zufahrt zum bereits erwähnten Einkaufszentrum Auchan. Abends und am Sonntag kann nur per Tankautomat getankt werden. Servicepersonal ist keines vor Ort. Die Anleitung steht leider nur auf Italienisch dort, man muss also wissen, wie es geht! Wenn du dir unsicher bist, führe zunächst nur einen kleineren Betrag, z.B. 20,– EUR, in den Automaten ein und schaue, ob es funktioniert! Und das Anfordern der Quittung nicht vergessen, denn die meisten Autoverleihfirmen möchten diese als Nachweis dafür sehen, dass unmittelbar in der Nähe des Flughafens getankt wurde.
  • Auf Sardinien ist es üblich, einen anständigen Service vorausgesetzt, ca. 7 – 10 % Trinkgeld zu geben. Das Trinkgeld wird dem Kellner/der Kellnerin nie in die Hand gegeben, sondern man läßt das Trinkgeld als Münzen oder Geldschein auf dem Tisch liegen. Dies gilt auch bei Zahlung über Kredit- oder EC-Karte. Deshalb bitte daran denken, immer etwas Münzgeld oder kleine Scheine im Geldbeutel zu haben.
  • Bevor Du nach Sardinien startest, solltest du dir eine gute Straßenkarte besorgen. Das Mieten eines Navigationsgeräts über den Autoverleih ist ziemlich teuer! Wir sind spät abends in Olbia angekommen, und mußten nachts bei Dunkelheit unser ca. 50 km außerhalb gelegenes Hotel finden! Wir hatten uns auf das Navi im Handy verlassen, aber leider war der Internetempfang im (einsamen) Hinterland sehr schlecht. Die Option, jemanden nach dem Weg zu fragen entfiel, denn da war niemand – kein Haus, kein Restaurant, keine Tankstelle! Wir wären sehr dankbar für eine Straßenkarte gewesen! Glücklicherweise haben wir dann unser Hotel rein intuitiv gefunden 🙂

Ich hoffe, dass ich dir mit meinem Reisebericht das wunderschöne Sardinien schmackhaft machen konnte. Ich wünsche Dir eine wundervolle, nächste Reise, wohin auch immer sie dich führt!

Herzliche Grüße

Birgit

9 Gedanken zu „Sardinien – Karibikflair im Mittelmeer“

  1. 🙂 Liebe Petra,

    ich bin begeistert! Da hast Du einen ganz wunderbaren Reisebericht geschrieben! Ich liebe Sardinien und war 1970 oder 1971 erstmalig dort. Damals flog noch die AliSarda und die Stewardessen trugen weiße Handschuhe und die Fluggäste durften sich beim Einsteigen ein BonBon aus einem Bastkörbchen nehmen.

    Vor ca 10 Jahren haben wir im Rahmen einer Olttimer-Rallye Sardinien besucht und die Insel umfahren – sie hat traumhafte Ecken. Und obwohl ich ein Fan der Costa Smaralda bin, gibt es auch andernorts schöne Badestrände.

    Wir buchen uns auf Sardinien auch immer einen Leihwagen – wenigstens für ein paar Tage, damit man die Insel ein wenig bereisen und die obligatorischen Ausflüge nach Porto Rotondo und Porto Cervo machen kann.

    Wir waren einmal Anfang Juni auf Sardinien, es erwachte gerade aus seinem Dornröschen-Schlaf. Schön. Und noch nicht so heiß.

    Das Ichnusa-Bier trinkt der Göttergatte dort auch immer zum Mittagessen in der kleinen Bar am Strand.

    Ich schaue mal, ob ich diesen Post „re-bloggen“ kann, dann tu ich das gleich.

    Herzliche Grüße in’s Schwabenländle 🙂

    1. Hallo,
      freut mich sehr, dass dir der Bericht über Sardinien gefällt! Eine Oldtimer-Rally durch Sardinien klingt super spannend. Da habt ihr bestimmt ganz viele Ecken gesehen, die man als „normaler“ Tourist sonst nicht unbedingt ansteuert! Vielen Dank fürs re-posten und dir noch einen wunderschönen Sonntag!
      Ich grüße dich herzlich.
      Birgit

    1. Liebe Steffi,
      Das mit den zwei Blogs hat sich so ergeben, dass ich erst mit dem Fashionblog startete, dann aber Zweifel bekam und diesen zunächst wieder auf Eis legte.
      ich nehme an, dein Bericht über Sardinien ist auf deinem Blog zu finden? Ich werde gleich mal gucken…

      Ich konnte mich einfach nicht entscheiden, ob Fashion- oder Reiseblog! Interessieren tut mich ja beides gleichermaßen. Also anstatt „entweder oder“ habe ich mich für beides entschieden! Auf dem Reiseblog poste ich aber nicht ganz so oft… So hält sich der Aufwand in Grenzen!
      Liebe Grüße
      Birgit

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